Afrikanische Stoffe aus Sambia

Bunter afrikanischer Stoff

Afrikanische Stoffe von Tribal Textils.

Kennst Du Sambia? Das Land im Südosten Afrikas?! Obwohl es mit 752614 km² mehr als doppelt so groß ist wie Deutschland (357168 km²), wissen nur wenige etwas über Sambia und wo es überhaupt in Afrika liegt. Dabei wäre Sambia ein perfektes Urlaubsland. Der größte Teil Sambias ist eine Hochebene, zwischen 1000 und 1400 Meter hoch. Wegen der Höhenlage herrscht im Land ein mildes tropische Klima. Die politische Situation ist entspannt. Sambia hat traumhafte Nationalparks und einer der bekanntesten Flüsse Afrikas „der Sambesi“ entspringt in Nordsambia. Den kennt man schon eher noch aus Zeiten, in denen man Stadt-Land-Fluß gespielt hat. Sambia verdankt diesem Fluß übrigens seinen Namen. Sambia zählt nicht zu den klassischen Urlaubsländern wie z.B. Südafrika oder Kenia. Schade eigentlich, denn hier geht es entspannt und sehr gastfreundlich zu.

Wie bin ich nach Sambia gekommen? Es war der afrikanische Stoff. Für meinen Laden Afrika hautnah habe ich außergewöhnlichen Stoff gesucht. Den habe ich nach intensiver Suche in Sambia gefunden bei Tribal Textils. Ich verliebte mich sofort in diesen afrikanischen Stoff. Er war bunt und strahlte Lebensfreude aus. Er konnte aber auch elegant und fein, mit seinen warmen Erdtönen sein. Perfekte Designer und Künstler waren hier am Werk, dachte ich und wollte mehr sehen, erfahren und natürlich kaufen.
Tribal Textiles wurde 1991 von Gille Lightfoot gegründet. Sie begann mit einem kleinen Team lokaler Künstler den afrikanischen Stoff zu entwickeln. Heute arbeiten ca. 100 Sambianerinnen und Sambianer aus dem naheliegenden Dorf Mfuwe bei Tribal Textiles. Ihre Liebe zu zeitgenössischem Design und traditioneller, afrikanischen Kunst spiegelt sich in ihren Stoffen wieder.

 

Nun möchte ich mich gemeinsam mit dir, auf den Weg nach Sambia zur Werkstatt von Tribal Textiles machen.

Dafür müssen wir nach Ost-Sambia fahren, an dem Rande des South Luangwa National Park. Hier findest du das schon erwähnte Dorf Mfuwe, das eigentlich kein Dorf mehr ist. Es ist in den letzten 10 Jahren stark gewachsen, inoffiziell leben hier 5000 Menschen, die überall in dem Gebiet verteilt wohnen. Arbeitsplätze sind hier nur begrenzt verfügbar und man kann sagen, dass im Durchschnitt eine Person 10 Angehörige unterstützt. Keine einfache soziale Situation und Tribal Textils ist hier ein wichtiger Arbeitgeber. Sie sind sich ihrer Verantwortung bewusst und das nicht nur ökonomisch sondern auch sozial. Beeindruckt hat mich, dass sie ihr soziales Engagement als selbstverständlich ansehen und nicht damit protzen. Da gibt es z.B. die Malimba Community School. Aufgebaut von der Gemeinde 2001, ohne Schreibtische, Stühle, Stifte, Papier, in einem Haus aus Lehm und Stroh. Tribal Textiles wollte helfen und spendete Geld. Davon kaufte die Gemeinde Lehmziegel, mit denen sie stabile Häuser bauten. Klassenzimmer wurden mit Möbel ausgestattet, Schulmaterialien eingekauft. Ein weiteres Projekt war eine Wasserpumpe für die Schule und die umliegenden Dörfer. Heute gehen 160 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 5 und 17 Jahren zur Malimba Community School. Davon sind 38% Kinder Waisen, die ohne diese Unterstützung niemals eine Schule besuchen könnten. Denn man muss wissen, für Schulen in Afrika müssen Schulgebühren bezahlt werden. Die finanzielle Unterstützung der Malimba Community School ist gesichert, da Tribal Textils gemeinsam mit Privatpersonen und dem Zambian National Aids Network einen Fond gegründet hat und die Schule als lebenslanges Projekt sieht.

Ich möchte nun gerne Stella und Evan, zwei Angestellte von Tribal Textils vorstellen, die ich dort kennengelernt habe.

Stella arbeitet bereits seit 13 Jahren bei Tribal Textils. Sie ist heute Leiterin der Wäscherei. Diese Position hat sie sich hart erarbeitet erzählte sie mir stolz. Ich fragte nach, was sie genau damit meine und ihre Antwort war, dass sie anpacken kann, nicht vor der Arbeit wegrennt und immer positiv denkt. Sie sei sehr beliebt bei ihren Kollegen und sehr glücklich wenn sie am Abend sieht, wie all die schönen afrikanischen Stoffe, die am Tag hergestellt wurde, fertig gewaschen auf der Leine hängen und im Wind wehen. Da gehe ihr das Herz auf. Außerdem habe sie das große Glück ein festes Gehalt zu bekommen. Das sei in Sambia nicht selbstverständlich. Sie kann beruhigt Abends nach Hause gehen weil sie weiß, dass sie ihre Kinder ernähren und zur Schule schicken kann. Es quälen sie aber auch Sorgen, krank zu werden und somit nicht mehr arbeiten zu können. Ihr Mann starb sehr früh, eine ihrer Töchter hat schwere Epilepsie und sie findet den Druck sehr schwierig. Aber sie versucht nicht so oft daran zu denken. Sie genießt ihre Zeit auf der Arbeit mit ihren Freunden und Kollegen. Es wird viel gelacht und lässt sie die Sorgen vergessen. Sie liebt ihre Verantwortung in der Firma und sie ist sehr stolz mit ihrer Arbeit die Künstler unterstützen zu können. Ihrer tiefer Glaube an Gott, gibt ihr Kraft und Gelassenheit. In der Kirche ist sie jeden Sonntag und das nicht nur zum Gottesdienst. Stella bietet dort eine kostenlose Beratung an, für Menschen die nicht soviel Glück im Leben haben.

 

Evans ist einer der Künstler und Ausbilder von Tribal Textils und somit mitverantwortlich für das Design der phantastischen, afrikanischen Stoffe. Seine Kollegen lieben ihn, er sei ein fantastischer Teamleiter, so sagte man mir. Evans wohnt 3 km von seinem Arbeitsplatz entfernt. Dort steht sein bescheidenes Häuschen, welches er Stück für Stück von seinem Lohn bauen lies. Im ersten Jahr kaufte er ein Dach, im zweiten Jahr die Ziegel, im dritten und vierten Jahr wurden dann die Mauern gebaut und im letzten und fünften Jahr hat er eine Tür gekauft und eingesetzt. Einige Stellen im Haus waren ständig undicht, so dass es immer rein regnete. Diese Stellen hat er aber schnell und unkompliziert mit Gips schließen können. Ich musste etwas schmunzeln, fand die Art des Häuser Reparierens aber toll und sehr entspannt. An seinem Haus rannten Hühner, Perlhühner, Schweine und Ziegen herum, die alle ihm gehören. Genug zu Essen habe er auch, das wächst ja alles in seinem eigenen Garten; Kürbisse, Reis und Mais. Er baut sogar soviel an, dass er das was übrig bleibt auf dem örtlichen Markt verkaufen kann. Ob er denn soviel Zeit habe um das alles noch nebenbei machen zu können, frage ich ihn. Na ja, viel Zeit habe er nicht aber da sind ja noch seine sechs Kinder, die sich um die Tiere kümmern und wenn er mal Zeit für sich hat, würde er gerne Radio hören. Ich bewundere Evans wie gelassen und tiefenentspannt er sein Leben lebt.

Ich hoffe, dass ich, Stella und Evans und natürlich der afrikanische Stoff dich neugierig gemacht haben und du Tribel Textiles bei deinem nächsten Urlaub in Sambia besuchst. Wenn du magst, kannst du dort auch ein Volontariat machen und freiwillig mithelfen. Dann schreibe bitte vorher ein E-Mail an: info@tribaltextiles.co.zm
Möchtest du die Werkstatt von Tribal Textiles besuchen hier findest du sie:

Kontaktdaten: Safrica Adventures Ltd, trading as Tribal Textiles – Mfuwe – Zambia – info@tribaltextiles.co.zm
Hat dir unser Kurztrip nach Sambia gefallen? Das würde mich sehr freuen!
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Martin
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