Dein eigener Film – „Der Sadhu in der Altstadt“

Das kleine ABC des „Filme machens“ und der Bildgestaltung

Möchtest du einen kleinen Film, dein persönliches und einzigartiges Urlaubserlebnis, an deine Lieben nach Hause schicken?! Hier möchte ich dir einen kleinen Exkurs über Film- und Bildgestaltung an die Hand geben.

Viele Spaß beim umsetzen deines eigenen, kleinen Urlaubsfilmes:

Dein eigenes, kleines Filmprojekt – „Der Sadhu in der Altstadt“

Du hast gelesen, in der turbulenten Altstadt in Kathmandu gibt es tolle Sehenswürdigkeiten, die schon viele Jahre alt sind. Inmitten des Trubels, soll es auch Sadhus geben, jene heiligen Männer des Hinduismus, die sich der Askese verschrieben haben. Neugierig und mit einer Kamera bewaffnet machst du dich auf dem Weg.
Es dauert nicht lange, da siehst du zwischen all dem Chaos, stinkenden Müll, brummenden Motorrädern und etwas aufgeregten Touristen einen Sadhu, dem das alles gar nicht zu interessieren scheint. Faszinierend von seiner Aura und davon wie die Hektik an ihm abprallt, zuckst du deine Kamera und möchtest diesen Moment festhalten.

BildgestaltungBildeinstellung: „Weit“

Du möchtest ein Detail, also in unserem Beispiel den meditierenden Sadhu, inmitten des Chaos zeigen. Es ist aber erst einmal wichtig dem Zuschauer einen Überblick zu verschaffen, wo du gerade bist und wo du ihn gesehen hast. In unserem Beispiel in der Altstadt von Kathmandu. Zeige erst einmal große Ausschnitte der Altstadt. Man nennt es in der Bildgestaltung „Weit“- der orientierte Gesamtüberblick. Ermögliche deinem Zuschauer, das zu sehen, was auch du von der Ferne und der Altstadt gerade siehst, bevor du deinen Hauptdarsteller, den Sadhu, wahrgenommen hast. Wenn du die Szene filmst, halte die Kamera mindestens 5-8 Sekunden in einer Einstellung. Mit der Kamera nicht schwenken oder zoomen. Gebe dem Zuschauer die Zeit die Situation in Ruhe wahrzunehmen.

Bildgestaltung - Filmprojekt

Weit – der orientierte Gesamtüberblick

BildgestaltungBildeinstellung: „Totale“

Nach dieser Einstellung kannst du „näher ran gehen“. Profis reden in der Bildgestaltung von der „Totale“. Hier wird das Wichtigste schon langsam deutlich, in unserem Beispiel der Sadhu. Aber du machst alles noch sehr spannend, da das hektische Treiben um „deinen“ Sadhu herum auch noch deutlich zu sehen ist. Der Zuschauer kann noch nicht erkennen, was du im Detail zeigen möchtest.

Bildgestaltung - Filmprojekt

Totale – Hier wird das Wichtigste langsam deutlich

BildgestaltungBildeinstellung: „Halbtotale“

In der nächsten Einstellung, der „Halbtotale“ sieht man unseren Sadhu schon sehr deutlich, der Zuschauer weiß also schon, was dir wichtig ist und was du zeigen möchtest. Es bleibt aber weiter spannend! Perfekt wäre wenn man hier den krassen Gegensatz zwischen der Gelassenheit des Sadhus und der Hektik der Stadt hautnah sehen und miterleben kann.

Bildgestaltung - Filmprojekt

Halbtotale – Protagonist wird erkannt

BildgestaltungBildeinstellung: „Halbnah“

In der „halbnahen“ Einstellung ist klar, der Sadhu in der Altstadt hat deine Aufmerksamkeit erregt. Das Wichtigste ist klar erkennbar. Man kann aber noch keine Details seines Gesichtes sehen, wie z.B.seine geschlossenen Augen. Jeder spürt aber schon, dass er eine „Gegenpol zum chaotischen Altstadtgewusel“ ist. In dieser Einstellung zeigst du, wie der Sadhu in ruhiger und entspannter Haltung sitzt.

Bildgestaltung - Filmprojekt

Halbnah – Der Protagonist spielt die Hauptrolle

BildgestaltungBildeinstellung: „Nah“

Im nächsten Bild, in der sogenannten „nah“ Einstellung, zeigst du nur den Sadhu, wie er meditiert. Hier nehmen die Zuschauer nur noch den Sadhu wahr und alles um ihn herum wird zur Nebensache.

Bildgestaltung - Filmprojekt

Nah – dem Protagonist ganz nah sein

BildgestaltungBildeinstellung: „Groß“ oder „Detail“

Wenn du magst und wenn du die Möglichkeit hast, zeige den Sadhu in ganz „groß“ oder wie man auch sagt im „Detail“. Zeige sein Gesicht, seine geschlossenen Augen, seine entspannten Mundwinkel, wie er zufrieden mit sich und der Welt ist.

Bildgestaltung - Filmprojekt

Gross oder Detail Einstellung

Tipp!!!

Vermeide unnötige Schwenks und hektisches zoomen! Das bringt zu viel Unruhe. Wenn du filmst, bewegen sich doch schon die Menschen vor deiner Kamera! Wenn du aber gerne schwenken oder zoomen möchtest, denke daran, immer mit einigen Sekunden Stand vorn und hinten aufnehmen. Aber anstatt zu zoomen, bewege dich lieber. Grundsätzlich gilt bei der Bildgestaltung; „nagele die Kamera fest“. Die Bewegung kommt im Schnitt, mit der Film- und Bildreihenfolge.

Wenn du dein Filmprojekt startest, gehe folgendermaßen vor:

Stelle dich an eine gute Position, von der du einen guten Überblick auf die Altstadt hast, um bei unserem Beispiel zu bleiben. Mache ein oder mehrere Fotos oder filme diese Szene ohne die Einstellung, also das Bild, zu verändern.
Gehen dann immer näher an deine Hauptfigur, dem Sadhu heran und mache es mit den anderen Einstellungen genau so. Zu Beginn habe ich davon gesprochen, später im fertigen Film 5-8 Sekunden eine einzige Szene zu zeigen. Denke daran wenn du filmst. Am Ende setze all die Szenen bzw. Bilder aneinander und untermale sie mit deinem Lieblingslied.
Ich verspreche dir, deine Familie und Freunde werden sich freuen. Mit deinem Kurzfilm können sie deine Begegnung mit dem Sadhu in der Altstadt von Kathmandu hautnah miterleben!

Welche Schnittprogramme am besten geeignet sind, wie professionelle Dramaturgie im Filmschnitt aussieht und mit welchen Kameras ich immer unterwegs bin, erfährst du hier in weiteren Blogs von mir.

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Martin
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